für das ensemble gelber klang

weisheit der perkussionisten (gelber klang #2)

immer verschwand die triangel. selbst als sie das kleine dreieck, das nach jedem konzert irgendwo backstage wieder auftauchte, mit einem fahrradschloss an den gitarrenkoffer gekettet hatten, war es zu konzertbeginn unauffindbar gewesen. sie hatten seinen part mit der orgel gemimt. aber ohne den moment, in dem mike die triangel hochhob und das publikum sie selbst aus den hintersten ecken der spelunken, in denen sie auftraten, sehen konnte, war der höhepunkt einfach dahin. mike sagte drei konzerte ab und verschwand. als er wiederkam, versammelte er alle um den gitarrenkoffer. ab sofort, verkündete er, werde er die konzerte nicht mehr nur mit ihr beenden, sondern auch jedes einzelne mit der triangel eröffnen. die anderen sahen ihn ungläubig an, aber zwei wochen später, >beim barte des propheten!, unterschrieben sie, ihren ersten plattenvertrag.

überleben (gelber klang #1)

die schule war so still und verlassen wie die ganze stadt. auch hinter den letzten häusern setzte sich die stille fort, lag über der brache aus verkommenen feldern, die sich neuerdings dort ausbreitete. wir hatten streifzüge unternommen, aber in dieser ersten zeit war keiner von uns daran gewöhnt, längere strecken unmotorisiert zu bewältigen. tiere gab es keine mehr. die kadaver in der umgebung hatten wir verbrannt. tagsüber wechselten wir verbände, bekämpften das fieber, sandten hilferufe in den äther, erkundeten die umgebung. aber das überleben geschah nachts. nachts versammelten wir uns im musikraum der schule. zu beginn waren wir unkundig gewesen. inzwischen waren wir alle musiker. wir spielten. wir spielten monatelang. und als endlich hilfe kam, liessen wir die instrumente zurück. niemand wusste schließlich, wie viele hier noch stranden würden.

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ein paar zeilen über...

was die piratin hier tut

max zehn minuten schreiben. max zwei mal überarbeiten. max 852 zeichen mit leerzeichen (plus/minus). dann: flaschenpost ins weltweitewogen schicken. das ganze, wenn die see nicht zu rau ist, täglich. die see ist allerdings oft rau. dann: segel hissen, weiterschippern...

was geht?

2013
ein jahr für >treibguttexte, anlässlich all der kleinen und großen wunder, die die drift unablässig an die planken der euka spült, für >texte vom berg, anlässlich des wunderbaren ausblicks aus dem bullauge der kapitäninnenkoje, und natürlich für >londontexte, anlässlich des zweiten teils einer wundersamen >kreuzfahrt zur stadt an der themse... und schließlich ist 2013 auch ein wunderbares jahr für texte der rubrik revisited, in der sich besondere texte aus der ersten zeit des blogs finden, die teils inzwischen schon im print erschienen sind.

2012
das >Eigenartige Haus mit texten von sudabeh mohafez, aka eukapirates, und illustrationen von >rittiner & gomez erscheint als graphic novel im print bei der >edition taberna kritika

2011
zwischen dezember 2011 und mai 2012 entstehen hier fünf zehn-zeiler für das ensemble >gelber klang.

der >bildermacher und der >büchermacher haben die piratin überredet, die geschichte des "Eigenartigen Hauses" als mini - fortsetzungsroman zu erzählen. er beginnt am >9. juni. und die bilder dazu gibt es - wie könnte es anders sein? - im >logbuch

2010
das buch zum blog: am 17. märz ist das zehn-zeilen-buch im print bei der edition AZUR erschienen! alle weiteren infos dazu findet ihr >hier

2008
der >isla-volante-literaturpreis geht in 2008 an die zehn zeilen! eukapirates zupft das rote tuch vom haar, verbeugt sich formvollendet und murmelt leise: >danke schön...

2007
im >januar geht das zehn zeilen blog online

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