keineswegs tautologisch

tage, an denen ich zum füller greife, nur um zu schreiben. das klingt tautologisch, ist es aber nicht, nämlich nur um zu schreiben meint keinen inhalt, meint lediglich die physische tätigkeit: das aufschlagen des hefts, das abschrauben der füllerkappe, das nachfüllen der tinte aus dem kleinen glasfaß, das zurückgeben eines tropfens davon, um ein überlaufen der tintenkammer zu verhindern, das klackern beim wegstellen des fässchens auf den tonteller neben dem fenster, das schaben der feder übers papier, das langsame sichtbarwerden blauer buchstabenketten auf hauchdünnen, grauen linien, die kaligraphie meiner schrift, wie sie eine um die nächste seite bedeckt, und die freude, die mich bei all dem durchdringt. tage, an denen ich tatsächlich nur zum füller greife, um zu schreiben...
sammelmappe - 2009.10.30, 18:53

Klingt sehr viel wohlgefälliger als mein Füller. Der macht ganz andere Sachen: er klecks und kratzt und ist hartnäckig wie ein Maultier - das Maultier verzeih mir den Vergleich. Er zieht die Linien immer nur wenn er es will, die Buchstaben verzeihen ihm das nie.
Und wenn ich sanft auf ihn einwirken will, zieht er keine Linie mehr und drohe ich ihm mit Schüttelgewalt, dann klecks er zur Antwort ganz heftig in den Text.
Macht nix, sage ich ihm. Wenn du nicht willst, dann hole ich mir mir den schönen, den anderen und stecke die Tinte mit Rosenduft hinein, die wirkt eh viel besser.

euka-pirates - 2009.11.01, 16:07

@ sammelmappe

na ja, das sind ja nur manche tage, an denen das so läuft... das klecksen und kratzen gibt's dann an den anderen - und nicht zu knapp, keine sorge ;-)
also - 2009.11.03, 16:13

auf solche tage warten wir nuer all zu oft, tautologisch.

euka-pirates - 2009.11.03, 16:28

@ also

warten... eine >große kunst.

was geht?

2011/2012
ab dezember entstehen fünf zehn zeiler für das ensemble >gelber klang.

der >bildermacher und der >büchermacher haben die piratin überredet, die geschichte des "Eigenartigen Hauses" als mini - fortsetzungsroman zu erzählen. er beginnt am >9. juni. und die bilder dazu gibt es - wie könnte es anders sein? - im >logbuch

2010
das buch zum blog: am 17. märz ist das zehn-zeilen-buch im print bei der edition AZUR erschienen! alle weiteren infos dazu findet ihr >hier

2008
der >isla-volante-literaturpreis geht in 2008 an die zehn zeilen! eukapirates zupft das rote tuch vom haar, verbeugt sich formvollendet und murmelt leise: >danke schön...

2007
im >januar geht das zehn zeilen blog online

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was die piratin hier tut

seit 9. juni 2011
einen minifolgeroman schreiben, den der >bildermacher im logbuch illustriert... die früher übliche zehn-minuten-schreibzeit gilt im moment nicht.

bis zum 8. juni 2011
max zehn minuten schreiben, max zwei mal überarbeiten, max achthundertfünfzig zeichen mit leerzeichen.
dann: flaschenpost ins weltweitewogen schicken. das ganze, wenn die see nicht zu rau ist, täglich - die see ist allerdings oft rau.
schließlich: segel hissen, weiterschippern...

mehr zeilen...

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