bandoneon
die uhr tickt stetig. in ihren leisen marsch mischt sich das klicken der stricknadeln, das schaben der wolle an wenckes schwieligen händen, das knistern der plastiktüte, wenn sie >den faden nachzieht. sie lauscht, sortiert gedanken. malte ist heimgekehrt. mitten in der nacht stand er vor der tür, klopfte nicht, stierte nur vor sich hin. davon muß ich aufgewacht sein, denkt sie, von seinem stehen und stieren vor der tür. niemand rechnete damit, ihn wiederzusehen. von dort, wo man ihn hingeschickt hat, kommt keiner zurück. er ließ sich nicht umarmen, ging einfach an ihr vorbei zum sofa, legte sich hin und >schlief. gegen mittag holte er ein uraltes bandoneon aus dem seesack und verschwand in der kirche nebenan. seit stunden spielt er dort. hoffentlich findet er jemanden, dem er alles erzählen kann, denkt wencke. nur mir nicht, bitte nicht mir...
text zu >rauschen 1
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euka-pirates - 2008.10.16, 07:00 -

Sibylle
"Seit zwei Tagen lag Gunners Frau im Wohnzimmer, auf dem Bett, unbeweglich, was außer Gunner niemanden wunderte, denn Gunners Frau war tot.
Er vermochte nicht zu verstehen, warum Gabriella aussah wie immer, nun vielleicht ein bisschen verwaschener, wie an einem besonders schlechten Tag mit Grippe, und warum sie nicht zurückkam, das verstand er nicht."
Sibylle Berg aus Die Fahrt
Deine Geschichte klingt auch so, wunderschön melancholisch traurig, manche Geschichten müsste man so vernetzen dass sie ein Gesamtbild von der ganz normalen traurigen Welt ergeben, das aber können nur Dichterinnen und Schriftstellerinnen, die sich umgucken und die Welt trotzdem nicht verstehen