bandoneon

die uhr tickt stetig. in ihren leisen marsch mischt sich das klicken der stricknadeln, das schaben der wolle an wenckes schwieligen händen, das knistern der plastiktüte, wenn sie >den faden nachzieht. sie lauscht, sortiert gedanken. malte ist heimgekehrt. mitten in der nacht stand er vor der tür, klopfte nicht, stierte nur vor sich hin. davon muß ich aufgewacht sein, denkt sie, von seinem stehen und stieren vor der tür. niemand rechnete damit, ihn wiederzusehen. von dort, wo man ihn hingeschickt hat, kommt keiner zurück. er ließ sich nicht umarmen, ging einfach an ihr vorbei zum sofa, legte sich hin und >schlief. gegen mittag holte er ein uraltes bandoneon aus dem seesack und verschwand in der kirche nebenan. seit stunden spielt er dort. hoffentlich findet er jemanden, dem er alles erzählen kann, denkt wencke. nur mir nicht, bitte nicht mir...

text zu >rauschen 1
Sturznest - 2008.10.16, 10:32

Sibylle

Ein bißchne erinnerte mich die geschichte an die erste Geschichte von Sibylle Berg in ihren Roman "Die Fahrt", obwohl sie sehr anders ist und trotzdem,

"Seit zwei Tagen lag Gunners Frau im Wohnzimmer, auf dem Bett, unbeweglich, was außer Gunner niemanden wunderte, denn Gunners Frau war tot.
Er vermochte nicht zu verstehen, warum Gabriella aussah wie immer, nun vielleicht ein bisschen verwaschener, wie an einem besonders schlechten Tag mit Grippe, und warum sie nicht zurückkam, das verstand er nicht."
Sibylle Berg aus Die Fahrt


Deine Geschichte klingt auch so, wunderschön melancholisch traurig, manche Geschichten müsste man so vernetzen dass sie ein Gesamtbild von der ganz normalen traurigen Welt ergeben, das aber können nur Dichterinnen und Schriftstellerinnen, die sich umgucken und die Welt trotzdem nicht verstehen

rittiner gomez - 2008.10.21, 10:57

stricken oder bandoneon spielen und dabei den faden nicht verlieren.

was geht?

2011/2012
ab dezember entstehen fünf zehn zeiler für das ensemble >gelber klang.

der >bildermacher und der >büchermacher haben die piratin überredet, die geschichte des "Eigenartigen Hauses" als mini - fortsetzungsroman zu erzählen. er beginnt am >9. juni. und die bilder dazu gibt es - wie könnte es anders sein? - im >logbuch

2010
das buch zum blog: am 17. märz ist das zehn-zeilen-buch im print bei der edition AZUR erschienen! alle weiteren infos dazu findet ihr >hier

2008
der >isla-volante-literaturpreis geht in 2008 an die zehn zeilen! eukapirates zupft das rote tuch vom haar, verbeugt sich formvollendet und murmelt leise: >danke schön...

2007
im >januar geht das zehn zeilen blog online

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was die piratin hier tut

seit 9. juni 2011
einen minifolgeroman schreiben, den der >bildermacher im logbuch illustriert... die früher übliche zehn-minuten-schreibzeit gilt im moment nicht.

bis zum 8. juni 2011
max zehn minuten schreiben, max zwei mal überarbeiten, max achthundertfünfzig zeichen mit leerzeichen.
dann: flaschenpost ins weltweitewogen schicken. das ganze, wenn die see nicht zu rau ist, täglich - die see ist allerdings oft rau.
schließlich: segel hissen, weiterschippern...

mehr zeilen...

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