wurzel, chancenlos
sie hatte sich an das schummerlicht gewöhnt, an die feuchte luft und den husten. sie war so lange nicht mehr draußen gewesen, hatte so lange die fensterläden nicht mehr geöffnet und sich von leitungswasser und mais aus dosen ernährt, daß sie sich nicht wunderte, als irgendwann ein riß im boden entstand, weil die kräftige wurzel eines baumes sich in ihr zimmer bohrte. sie verbrachte ihre tage damit, die wurzel zu beobachten, die langsam aber steitg auf das spärliche licht zuwuchs, das durch die fensterläden fiel, bis sie sich eines tages den weg durch das morsche holz eines der läden brach. wurzelarbeit. sie schüttelte den kopf, wartete auf die nacht, stahl bretter und nägel vom hof nebenan, ging zurück ins zimmer und nagelte das loch zu. sie hatte ihre entscheidung vor vielen jahren getroffen, es gab nichts zu überdenken an ihr.
euka-pirates - 2008.10.15, 13:08 -

hoffen
@ sturznest