das grab

der marienkäfer brauchte drei stunden vom einen ende des blumenkastens zum anderen. dort blieb er stehen. ich brauchte drei tage von meiner beobachtung seiner wanderung bis zur erkenntnis, daß der käfer zu seinem todesort gewandert war. dort, wo er aufgebrochen war, stand eine bonsairose. wo er gestorben war, stand das wilde basilikum, an dem eine woche vorher winzige blüten sich geöffnet hatten. er mag den geruch, sagte ole. er wollte lieber unter vielen blüten sterben, als unter einer, sagte elli. heiko betrachtete die szene. der war noch gar nicht am ziel, sagte er. der ist zufällig unterwegs gestorben. da schlug elli mit den winzigen fäusten auf ihren vater ein. ole trat gegen die wand und verschwand im kinderzimmer. mit dem zeigefinger bohrte heiko ein loch nebens basilikum, und wir begruben den marienkäfer.
Sturznest - 2008.07.17, 12:12

Louis hat recht

nein, ich kommentiere das nicht und ich werde nicht sagen, dass das schön ist und dass man so über den Tod schreiben muss, nicht nur so, aber auch so.
Aber das werde ich nicht schreiben. Louis hat recht, ich soll nicht so viel kommentieren.

rittiner-gomez - 2008.07.17, 12:44

heiko tat genau das richtige. wir lieben bailikum und marienkäfer. das ist wie heiMkoMMEN.

sammelmappe - 2008.07.19, 18:37

Vielleicht wandert der Marienkäfer jetzt in einer anderen Welt weiter, oder fliegt dort als Samen einer Pusteblume mit dem Wind.

euka-pirates - 2008.10.15, 19:13

@r&g + sammelmappe:

da das basilikum auf dem balkon inzwischen herbstlich braun verfärbt ist und sich hier weit und breit keine marienkäfer mehr sehen lassen, gehe ich davon aus, daß sammelmappe vollkommen recht hat: pustekuchen, äh -blume. und zwar: in einer anderen welt. vielleicht kommt er im frühjahr wieder und berichtet von dort, dann könnten wir darüber schreiben!
Herr M - 2008.08.14, 02:02

ich brauchte drei tage von meiner beobachtung seiner wanderung bis zur erkenntnis, daß der käfer zu seinem todesort gewandert war.

das ist ja wohl einer der tollsten saetze, die ich hier je gelesen habe...

wirklich...

besser ist nur: Ein Vogel, irgendein Vogel, kreist am Himmel, kreischt, durchschneidet die Luft, fliegt hoch, winkelt die Flügel an, stürtz nach unten, in einer Drehung, fängt sich, reißt den Kopf wieder hoch und verschwindet hinter etwas Undurchschaubarem.

ach nee... doch nicht, der war ja von mir ... kann ja nichts werden...

war ein Versuch... hoffe Ihnen geht es gut verehrte Schwester S.

Herr M.

euka-pirates - 2008.10.15, 19:10

@ herr marks

monate zu spät, aber: danke für das kompliment und, in der tat, mir geht es sehr gut :-) schön, daß Sie immer mal wieder hereinsehen, werterster herr...

was geht?

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ab dezember entstehen fünf zehn zeiler für das ensemble >gelber klang.

der >bildermacher und der >büchermacher haben die piratin überredet, die geschichte des "Eigenartigen Hauses" als mini - fortsetzungsroman zu erzählen. er beginnt am >9. juni. und die bilder dazu gibt es - wie könnte es anders sein? - im >logbuch

2010
das buch zum blog: am 17. märz ist das zehn-zeilen-buch im print bei der edition AZUR erschienen! alle weiteren infos dazu findet ihr >hier

2008
der >isla-volante-literaturpreis geht in 2008 an die zehn zeilen! eukapirates zupft das rote tuch vom haar, verbeugt sich formvollendet und murmelt leise: >danke schön...

2007
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seit 9. juni 2011
einen minifolgeroman schreiben, den der >bildermacher im logbuch illustriert... die früher übliche zehn-minuten-schreibzeit gilt im moment nicht.

bis zum 8. juni 2011
max zehn minuten schreiben, max zwei mal überarbeiten, max achthundertfünfzig zeichen mit leerzeichen.
dann: flaschenpost ins weltweitewogen schicken. das ganze, wenn die see nicht zu rau ist, täglich - die see ist allerdings oft rau.
schließlich: segel hissen, weiterschippern...

mehr zeilen...

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