liebesbrief (zu einem text von hendrik rost)

er hatte fliehen wollen. kneifen, sich drücken, ausweichen. er hatte aufgeben wollen und sich nicht weiter damit beschäftigen. dann mußte er feststellen, daß etwas in ihm sich sträubte gegen diese altbewährte gangart. der gedanke an flucht ödete ihn gerade so an, wie der, die dinge gelangweilt beiseite zu legen. im garten legte er sich ins gras. die sonne gerbte seine haut, der mond ließ sie fahl leuchten. regen durchnäßte jeden fetzen stoff, den er am körper trug, wind trocknete ihn wieder. er spürte wenig von all dem, dachte über nichts nach, war einfach nur, und wartete. als er sich nach sieben tagen erhob, hätte er nicht sagen können, woher sein wissen kam, nur daß er wußte stand fest. er würde zukunft riskieren. statt türen zu knallen, schrieb er diesmal einen >liebesbrief.
Sturznest - 2008.05.29, 20:34

Ich drück Dir mal ganz feste die Daumen für den Bachmannpreis. Wäre nicht okay wenn du den nicht gewinnst :-)

euka-pirates - 2008.05.30, 09:44

Danke schön :-)
Sturznest - 2008.06.28, 10:55

Großartiger Text :-)
Gregor Keuschnig - 2008.06.28, 14:12

Gehört nicht ganz hierher

aber trotzdem: Ihre "Bachmannpreis"-Geschichte fand ich sehr gut. Bedauerlicherweise ist die Jury in diesem Jahr einiges neben der Spur - insbesondere Herr Mangold. Dessen obszöne Assoziation - zumal vollkommen unmotiviert - sagt einiges über diesen Herren aus. Schade, dass man so etwas noch lächelnd ertragen soll.

Sturznest - 2008.06.28, 14:18

:-) Sie wird trotzdem gewinnen.....zumindestens mich als ihren Leser, denn sobald der Roman rauskommt werde ich ihn an mich reissen
Gregor Keuschnig - 2008.06.28, 14:39

Noch etwas vergessen: Die besserwisserische Attitüde von Herrn Spinnen - die Feuerwehr verbringt die Leute nicht in Obdachlosenasyle. Selbst wenn er recht hat (er wird nicht alle Feuerwehren angerufen haben) - warum hat er nicht beim vorherigen "Text" gesagt, dass es keine Engel gibt?
euka-pirates - 2008.07.03, 16:32

@gregor k und sturznest:

vielen dank!

die sache mit der recherche ist ohnehin lustig, weil man diese information selbstverständlich niemals von der feuerwehr oder der polizei bekommen würde (warum sollten die das öffentlich besätigen?). man bekäme sie, wenn man denn unbedingt recherchieren muß, von den obdachlosenheimen. da, im übrigen, habe auch ich sie her gehabt die information :-)
und auch die tatortbegehung gleich noch nach der löschung ist leider trauriger alltag, während watteverpackte brandopfer eher die ausnahme bleiben.

in diesem sinne: nach dem wettbewerb ist vor dem wettbewerb. und deshalb wird jetzt munter weitergeschrieben...
Sturznest - 2008.07.03, 17:10

Naturgemäß :-)

sagst Du mir wann es das als Buch gibt, ich war wirklich ohne Schleim und so sehr sehr angetan von Deinem Text, es war einfach der Beste
Winnie_Lou - 2008.07.05, 14:29

Ihr Text war der glaubwürdigste von allen und der berührendste. Einfach schön. Und fantastisch geschrieben. Ich werd den Roman auch erstehen, soviel ist sicher.

was geht?

2011/2012
ab dezember entstehen fünf zehn zeiler für das ensemble >gelber klang.

der >bildermacher und der >büchermacher haben die piratin überredet, die geschichte des "Eigenartigen Hauses" als mini - fortsetzungsroman zu erzählen. er beginnt am >9. juni. und die bilder dazu gibt es - wie könnte es anders sein? - im >logbuch

2010
das buch zum blog: am 17. märz ist das zehn-zeilen-buch im print bei der edition AZUR erschienen! alle weiteren infos dazu findet ihr >hier

2008
der >isla-volante-literaturpreis geht in 2008 an die zehn zeilen! eukapirates zupft das rote tuch vom haar, verbeugt sich formvollendet und murmelt leise: >danke schön...

2007
im >januar geht das zehn zeilen blog online

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was die piratin hier tut

seit 9. juni 2011
einen minifolgeroman schreiben, den der >bildermacher im logbuch illustriert... die früher übliche zehn-minuten-schreibzeit gilt im moment nicht.

bis zum 8. juni 2011
max zehn minuten schreiben, max zwei mal überarbeiten, max achthundertfünfzig zeichen mit leerzeichen.
dann: flaschenpost ins weltweitewogen schicken. das ganze, wenn die see nicht zu rau ist, täglich - die see ist allerdings oft rau.
schließlich: segel hissen, weiterschippern...

mehr zeilen...

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