liebesbrief (zu einem text von hendrik rost)
er hatte fliehen wollen. kneifen, sich drücken, ausweichen. er hatte aufgeben wollen und sich nicht weiter damit beschäftigen. dann mußte er feststellen, daß etwas in ihm sich sträubte gegen diese altbewährte gangart. der gedanke an flucht ödete ihn gerade so an, wie der, die dinge gelangweilt beiseite zu legen. im garten legte er sich ins gras. die sonne gerbte seine haut, der mond ließ sie fahl leuchten. regen durchnäßte jeden fetzen stoff, den er am körper trug, wind trocknete ihn wieder. er spürte wenig von all dem, dachte über nichts nach, war einfach nur, und wartete. als er sich nach sieben tagen erhob, hätte er nicht sagen können, woher sein wissen kam, nur daß er wußte stand fest. er würde zukunft riskieren. statt türen zu knallen, schrieb er diesmal einen >liebesbrief.
euka-pirates - 2008.05.29, 11:34 -
