bricht an
erster nachtvogel an einem fastnochwinterabend vor zwei tagen. mond auch, ja: fast rund, nicht ganz, dafür unverborgen, strahlend. ein nicht enden wollendes lied in den eben vollkommen gewordenen samtton der anderen tageszeit. weit stand ich unter den bäumen, die waren blattlos, mit unsichtbaren knospen, weit und weiter, die füße fest auf dem boden, den kopf himmelnah und voller bilder für das junge jahr. als hätte der vogel, der unsichtbare, lauter licht über mich geschüttet, als sänge er für die ganze welt, aber doch auch nur für mich, für meine nächsten tage, wochen, monate. als teilte er ein geheimnis mit mir, eines von zuversicht und freude. die straße menschenleer, verkehrsfrei, obwohl sonst viel begangen und befahren. kein hund, kein radio, kein wind. nur dieses klangwesen aus einer zeit, die anbricht.
euka-pirates - 2008.02.26, 11:04 -
