wofür er sich schämt
den einen und den anderen hunger: es gibt sie beide. der eine ist ihm ins gesicht geschrieben. sein gesicht, seine brust, seine hände, sie knurren vor hunger. daß er eher klein ist, bemerke ich kaum. auch nicht die farbe seiner haare, den klang seiner stimme. nur sein hungriges gesicht, auf anhieb, fast schmerzlich. wie lange? die frage biegt sich in mir zu einer schleife, endlosschleife. wie lange darbt deine haut schon berührungslos? er beugt ihn in richtung boden, den hunger, schämt sich für ihn: schämt sich. ich soll nicht sehen, daß er braucht, was jeder braucht. wenn er aufsähe. wenn er sich aufrichtete, hungrig bis ins mark. wenn er zu seinen hände stünde, zu seiner brust, seinen schultern, aufrecht, aufrecht. aber er sieht zu boden, biegt wofür er sich schämt blickfest auf den asphalt. und meine zeit hier ist abgelaufen.
euka-pirates - 2007.05.16, 15:50 - text für bastard-project.com
