Graugold (für Martin, den weltbesten Spazierfinder)
Die Wand ist grau. Der Raum dröhnt. Vorn und hinten halbmondige Durchbrüche, wo die Strasse unter der Brücke wegtaucht und hinter ihr weiterfließt, rechts den Fluss mit Graugans und Reiher liegen lässt, links Häuserhänge, geometrisch gemustert durch Fenster, Türen, Simse. Die Wand also grau und was auf ihr steht, schlecht zu erkennen, weil das Weiß der Schrift verschmiert ist: Laubstaub, Ölstaub, Abbriebstaub. Aber er bleibt stehen. Schaut durchs Dämmer über die Autos, über die Strasse. Und buchstabiert sich die Wörter zusammen, bedächtig. Als wüsste er, dass er im Begriff ist, einen Goldschatz zu heben, ein mehr als ertragreiches Claim zu betreten. D u m u s s t, steht da und, obschon ihn der Imperativ ärgert, hebt er die Kamera vors Auge, dreht am Objektiv, stellt das Licht ein, schaut wieder: D u m u s s t, liest er, d e i n Ä n d e r n l e b e n.

wir sind immer leicht im rückstand mit den anpassungen auf die änderungen und deshalb oft in schieflage.
Auf der Insel kommt die Schräglage sicher nur vom Meergang und ist also ein natürliches Phänomen. Grämen Sie sich nicht...