Das Tier (für Ken Yamamoto)
Heimat wie ein Messer im Rücken. Schon seit Tagen: Hölle. Ein guter Ort. Der richtige Ort. Man sollte immer am rechten Ort sein. Die Hölle ist der rechte Ort, wenn ich die Heimat wie ein Messer im Rücken trage. Das tue ich beileibe nicht immer. Aber es gibt diese Tage. Natürlich ist viel Blut im Spiel. Natürlich dominieren die Farben Schwarz und Rot. Hölle enttäuschend erwartungsgerecht. Es tut gut, hier zu sein. Wenn die Knochen blank liegen. Wenn die Ohren bersten. Vorbei ist es jedes Mal sehr plötzlich: ein metallisches Klappern, im Getöse rundum kaum hörbar. Das Messer erst irgendwo auf dem Boden, dann verschwunden. An gewöhnlichen Tagen, draußen in der Welt, bin ich heimatlos. Es sind die Höllentage, die mich erinnern. Und das Tier. Im Käfig. Genau, wo es >hingehört. Meine Heimat hat nur eine Heimat: das >Messer im Rücken.
____Zuerst erschienen am >7. März 2007
Dann bei der >Edition Azur

Danke vielmals!
:-)
Das Bild von "der Heimat wie ein Messer im Rücken" ist von Ken, weswegen ihm dieser Text auch gewidmet ist. Bin leider grad nicht in D und kann deswegen die Literaturangabe nicht dazuliefern ;-) Hol ich noch nach...
Manchmal ist es auch umgekehrt: es wird einem eine Heimat zugwiesen, die man gar nicht als solche empfindet. Das kann dann auch was Messriges haben ;-)