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    <title>zehn zeilen (eukapirates versucht sich an der kleinen form)</title>
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    <description>eukapirates versucht sich an der kleinen form</description>
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    <title>zehn zeilen</title>
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  <item rdf:about="http://eukapi.twoday.net/stories/4960516/">
    <title>ansehen (wiederaufgetaucht)</title>
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    <description>sieh mich an, sagt elli. ole sieht auf den stift in seiner hand. sieh mich an, sagt elli. ole sieht auf die leere seite im skizzenblock. sieh mich an, sagt elli. ole geht auf den balkon eine rauchen. elli geht am verteilerkasten vorm schulhof vorbei. am ende der sackgasse biegt sie rechts ab, setzt sich in die schaukel auf dem spielplatz und sieht der straßenbahn zu, wie sie anhält, licht in die nacht streut, die türen geschlossen läßt, weil niemand aussteigen will. sieh mich an, flüstert elli. aber die straßenbahn ruckt nur kurz und fährt weiter. dann steht ole neben dem efeuüberwachsenen zaun an der straßenecke. dann kommt er heran. dann legt er den ganzen sandkasten mit ellizeichnungen aus, und die rutschbahn und die wippe. dann kniet er im sand und sieht elli an. weil es ihr so wichtig ist. daß er sie &lt;a href=&quot;http://eukapi.twoday.net/stories/3644127/&quot;&gt;&gt;ansieht&lt;/a&gt;: mit den augen.</description>
    <dc:creator>euka-pirates</dc:creator>
    
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    <dc:date>2008-05-30T07:45:00Z</dc:date>
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    <title>liebesbrief (zu einem text von hendrik rost)</title>
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    <description>er hatte fliehen wollen. kneifen, sich drücken, ausweichen. er hatte aufgeben wollen und sich nicht weiter damit beschäftigen. dann mußte er feststellen, daß etwas in ihm sich sträubte gegen diese altbewährte gangart. der gedanke an flucht ödete ihn gerade so an, wie der, die dinge gelangweilt beiseite zu legen. im  garten legte er sich ins gras. die sonne gerbte seine haut, der mond ließ sie fahl leuchten. regen durchnäßte jeden fetzen stoff, den er am körper trug, wind trocknete ihn wieder. er spürte wenig von all dem, dachte über nichts nach, war einfach nur, und wartete. als er sich nach sieben tagen erhob, hätte er nicht sagen können, woher sein wissen kam, nur daß er wußte stand fest. er würde zukunft riskieren. statt türen zu knallen, schrieb er diesmal einen &lt;a href=&quot;http://der-goldene-fisch.de/gf.php/texte/text/1966&quot;&gt;&gt;liebesbrief&lt;/a&gt;.</description>
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    <dc:date>2008-05-29T09:34:00Z</dc:date>
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    <title>betrachten</title>
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    <description>wir kennen sie von ihren rauchpausen auf ihrem balkon. die beiden kennen uns von dem runden tisch in unserer küche, an dem wir essen und den sie von ihrem balkon aus gut sehen können. auf der straße würden wir uns nicht erkennen. die höfe zwischen unseren wohnungen sind zu weitläufig, als daß gesichter erkennbar wären. wenn wir uns zur gleichen zeit auf dem balkon und am küchentisch befinden, betrachten wir uns deshalb schamlos: sie uns, wir sie. manchmal kommt ein kleines kind zu ihnen heraus. einmal haben wir eine ältere dame gesehen. nachts steht er stundenlang in der dunkelheit und betrachtet den himmel - auch wenn er bedeckt ist. sie kommt nie dazu. wir sitzen bei kerzenlicht in der küche. wir betrachten ihn, wie er allein den himmel betrachtet und weiß, daß wir ihn betrachten.</description>
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    <dc:date>2008-05-25T12:40:00Z</dc:date>
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    <title>lichter denken</title>
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    <description>eine frage der ansicht, sagte der ältere bruder. ist die ansicht angenehm, dann ist dein leben hell, dann denkt es sich lichter. als er fort war, als die brise vom meer den letzten hauch seiner stimme aus der hütte getragen hatte, saß der jüngere bruder immer noch am tisch, still und nachdenklich. wieder langte er nach dem abgegriffenen foto, das der bruder auf die tischmitte gelegt und zu ihm zurückgeschoben hatte. laß sie fahren!, hatte er gesagt. du kannst eine schönere haben, sicher auch eine reichere. der jüngere sah aus dem fenster, sah lisa im garten stehen, obwohl sie heut gar nicht hier war. er lächelte. dann schrieb er dem bruder eine karte: es ist nicht der anblick, schrieb er, es ist das herz, das licht streut. wenn dein herz sieht, ist dein leben hell, dann brauchst du kein licht mehr zu denken.</description>
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    <dc:date>2008-05-20T11:17:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://eukapi.twoday.net/stories/4922741/">
    <title>unmöglich (wiederaufgetaucht)</title>
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    <description>es ist natürlich vollkommen unmöglich über den mond zu schreiben. der mond gehört den vampiren, den fledermäusenm, den dieben und der angst. außerdem gehört er den entflammten, den getrennten, den reisenden, den schwülstigen und einigen sehr schönen volksliedern. und wegen all diesem gehören des mondes, ist es natürlich vollkommen unmöglich, über den mond zu schreiben. denn wegen all diesem gehören des mondes, gibt es natürlich überhaupt nichts mehr über den mond zu sagen, das nicht ein diebstahl wäre, was aber vollkommen unmöglich ist, denn der mond ist vollkommen unstehlbar, weswegen auch alles, was &lt;a href=&quot;http://eukapi.twoday.net/stories/3210538/&quot;&gt;&gt;über ihn zu sagen ist&lt;/a&gt;, vollkommen unstehlbar ist. und ganz und gar genau so verhält sich all das auch mit der liebe.</description>
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    <dc:date>2008-05-13T06:21:00Z</dc:date>
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    <title>im garten</title>
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    <description>wo kommst du denn plötzlich her? woher kommt das leuchten in deinen augen? wieso glänzen deine haare so? bist du vom himmel gefallen? einfach so direkt in meinen garten? wer hat dir den weg verraten? wie kommt es, daß du hier stehst in meinem haus, in meiner küche und funkelst? sind das meine augen, die mich täuschen? bist du wirklich? träume ich? wo ist der haken? wie hast du mich gefunden? wie kann das möglich sein, bei allen den hecken und dornen? womit warst du vorher beschäftigt? wieso jetzt damit, durch meinen garten zu gehen und die apfelblüten anzusehen, zu lächeln, vor glück zu schimmern und vor freude? schimmerst du immer so? mache ich dich schimmern? wo kommst du denn bloß mit einem mal her? von nebenan? ganz sicher? von nebenan also, das ist ja wer hätte das gedacht.</description>
    <dc:creator>euka-pirates</dc:creator>
    
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    <title>am strand</title>
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    <description>enttäuschen tut man immer nur sich selbst, sagte er, und sie sah zu boden, dann aufs meer hinaus. wenn man enttäuscht wird, hat man sich vorher getäuscht, verstehst du? sagte er. man hat sich selbst getäuscht, sich selbst hinters licht geführt, sich etwas vorgemacht und in die eigene tasche gelogen. so ist das, sagte er und nickte, wie um seinen worten noch mehr gewicht zu verleihen. und deshalb, sagte er schließlich, ist jeder für seine eigenen enttäuschungen verantwortlich, der andere hat damit nichts zu tun. in der salzluft oben, sonnennah, zog der langgezogene schrei einer möwe über sie hin. sie holte ihren blick wieder zurück, richtete ihn auf eine muschel im heißen sand, auf ihre zehen, auf seine, sah schließlich zu ihm hoch, nickte, strich ihm über die wange mit der ganzen hand und ging.</description>
    <dc:creator>euka-pirates</dc:creator>
    
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    <title>im park</title>
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    <description>wäre nicht das eichhörnchen gewesen, ich glaube, ich wäre mit meinem eigenen unglück beschäftigt geblieben und hätte die beiden nicht wahrgenommen. das tier saß in einem sonnenflecken gleich neben der parkbank und schien die beiden menschen zu betrachten. der mann weinte still. das baby brabbelte vor sich hin, lachte ihn an, er lächelte zurück und die tränen liefen ihm übers gesicht. wir saßen sicher eine stunde so, getrennt nur durch ein handtuchgroßes stück rasen. schließlich sah er auf, weil sich ein paar näherte. er zog einen schweren koffer, sie hatte die hände frei. der mann auf der bank küßte das kind, reichte es der frau, ohne es noch anzusehen. kein wort wurde gewechselt und eine minute später waren wir allein im park. der mann setzte sich wieder, sah mich an. australien, sagte er, da zieht sie heut hin.</description>
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    <dc:date>2008-05-10T06:53:00Z</dc:date>
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    <title>traum des jünglings von der fremde</title>
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    <description>trägt rot von kopf bis fuß, und ich dachte, das hieße leidenschaft. trägt schwarz von kopf bis fuß, und ich dachte, das hieße trauer. trägt weiß von kopf bis fuß, und ich dachte, das spräche von reinheit und jugend. hebt das weiße tuch vom gesicht. die augen geschwollen, die wangen rot vom salzbrand der tränen, greift nach meiner hand. komm, sagt sie. heut nacht ist er gestorben, und führt mich zum grab ihres vaters. hebt das schwarze tuch vom gesicht. die augen leuchten, an ihren ohren hängt schweres geschmeide aus gold und perlen. komm, sagt sie. die ältesten sind versammelt für den segen. wir wollen uns fürs leben binden. hebt das rote tuch vom gesicht. leuchtet von innen aus jeder pore. schweigt. schweigt, und ich schaue und warte. ich trage dein kind, sagt sie. und verschwindet wieder zu den frauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://klangschriften.twoday.net/stories/4981490/&quot;&gt;&gt;sound zum text&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;http://www.eunicemartins.eu/&quot;&gt;&gt;uNice&lt;/a&gt;</description>
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    <dc:date>2008-05-03T08:38:00Z</dc:date>
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    <title>schritte</title>
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    <description>die ersten drei schritte fühlten sich an, als sei er um die knöchel mit unsichtbaren bändern ans hinten gefesselt. er pausierte, setzte sich an den straßenrand, schlief ein weilchen. der vierte und fünfte schritt später schienen ihm weniger beschwerlich. er erklärte es sich mit der kurzen, erholsamen rast. ab dem sechsten gesellte sich ein frettchen zu ihm. er bemerkte es nicht gleich, denn das tier verschwand immer wieder im gebüsch. das unregelmäßige aufblitzen seines fells zwischen blättern und ästen ließ ihn schließlich hinschauen, und so bemerkte er beim elften schritt, daß er einen begleiter gefunden hatte. beim siebzehnten war es morgen geworden. das frettchen schnupperte zufrieden mit hochgestellter schnauze. er selbst aber wendete sich um, lächelte und dachte erstaunt daß er ihren namen vergessen hatte.</description>
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    <dc:date>2008-04-29T09:47:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://eukapi.twoday.net/stories/4849401/">
    <title>stern (wiederaufgetaucht)</title>
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    <description>h segelte ruhig durch die nacht. er maß den himmel aus: &lt;a href=&quot;http://margimare.blogspot.com/2007/03/r-i-t-t-u-e-n-t-e-r-n-e-n.html&quot;&gt;zenitweit&lt;/a&gt;. der himmel aber war, was er immer gewesen ist, nämlich: nichts als ein zufluchtsort in den köpfen der menschen. und also segelte h ruhig durch die nacht, und er maß einen der wenigen menschlichen zufluchtsorte aus, und dieses segeln und auch das ausmessen, das eigentlich ein palpieren und umrunden und eintauchen war, all das war ein klingendes vergnügen, das er gern mit jemandem geteilt hätte. und also öffnete er die augen und blickte sich um. erst kam der pistazienvogel. er schwirrte aber nur schnalzend vorbei. dann kam ein engel. doch der schwieg, und so hielt h, als ich kam, die augen schon wieder geschlossen. mir gefiel dieser blick: nach innen gerichtet, und so habe ich ihn dann auch geküßt: von innen. da wurde ein &lt;a href=&quot;http://eukapi.twoday.net/stories/3451569/&quot;&gt;stern&lt;/a&gt; geboren.</description>
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    <dc:date>2008-04-09T07:40:00Z</dc:date>
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    <title>das ganze bild</title>
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    <description>daß wir sie nicht gleich erkannten, lag an unseren augen und ohren, an der eigenart unsere wahrnehmung. zuerst sahen wir einen schmetterling. wir lächelten. wir sagten: bald kommt der frühling, und legten die köpfe schräg. ich glaube, das nächste war ein dämmerungsstern, dann das lächeln eines kindes unter tränennassen wimpern. wir hörten den wind in den pappeln und irgendwann das leise platschen eines laubfroschs, der in seinen tümpel sprang. du mischtest farben bis tief in die nacht. ich hielt einen schwatz mit den fischern. kam dann schon das buchfinkenlied? jedenfalls war es morgen, als es ertönte. aber erst, als der nächste schmetterling vorbeischwebte, erst als er uns lächeln machte wie sein bruder am vortag, erkannten wir das ganze bild. wir stecken, flüstertest du, in einer beglückungsschleife.</description>
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    <dc:date>2008-04-07T19:27:00Z</dc:date>
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    <title>gefallen (für kerstin)</title>
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    <description>sie hatte ein &lt;a href=&quot;http://der-goldene-fisch.de/gf.php/texte/text/1875&quot;&gt;&gt;meerkleid&lt;/a&gt; bestellt. die gab es nur auf hiddensee und auch dort nur bei einer einzigen weberin. daß es ein brautkleid werden würde, hatte sie zum zeitpunkt der bestellaufgabe nicht geahnt. nun stand sie vorm spiegel, drehte und wendete sich, betrachtete das grünblaurosige wunderwerk, das sich wie eine zweite haut an ihren körper schmiegte, und war sprachlos. lang standen die beiden frauen in der niedrigen webstube. von osten her wehte eine böe übers dach. die weberin steckte, zupfte, fädelte, und als es schließlich dämmerte, war alles getan. die frauen setzten sich an den tisch, tranken tee und warteten schweigend. wird er mir gefallen?, fragte die braut irgendwann. die weberin lächelte. denkst du, fragte sie leise, ich mache halbe arbeit?, und schon hörten sie pferdegetrappel vorm haus.</description>
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    <dc:date>2008-03-12T09:36:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://eukapi.twoday.net/stories/4754361/">
    <title>ritual</title>
    <link>http://eukapi.twoday.net/stories/4754361/</link>
    <description>die fenster geöffnet. märzluft hereingebeten. böden gesaugt, gewischt. bad geputzt. bett frisch bezogen. überdecke gewaschen, sonnengetrocknet. papierkörbe und mülleimer geleert. altpapier weggetragen. leergut gegen frischgeprägte münzen getauscht. kerzen angezündet, sogar räucherstäbchen: in jedem zimmer eines. ein bad genommen. nicht irgendeines: sechs liter biovollmilch von schafen ins wasser geschüttet, zwei töpfe honig drin aufgelöst. kurz an die mikwe gedacht, an das &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Mikwe&quot;&gt;&gt;wenige&lt;/a&gt;, das ich über sie weiß. körperhaare gründlich entfernt. lange im wasser gelegen. mehrmals ganz untergetaucht. abgegeben. gedankt. im wasser gestanden, bis es abgeflossen war. die wanne ausgespült. an der luft getrocknet. ein seidenkleid angelegt. ein neues buch aufgeschlagen, später ein neues schreibheft.</description>
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    <dc:date>2008-03-03T12:43:00Z</dc:date>
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    <title>nur ein engel (für christoph und seine meninas)</title>
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    <description>die rose war über nacht aus dem nichts gewachsen. sie war hüfthoch, vielblättrig am stiel, und neben der handtellergroßen, schillernden blüte, saßen zwei geschwollene knospen. ihre dornen waren so lang wie rebekkas kleiner finger. so wirkte die blume noch stolzer und prächtiger, als sie es dornenlos schon getan hätte. nils betrachtete die rose. wir bauen die tür um, sagte er nach langem schweigen. rebekka nickte zufrieden. wenn man ihre doppelt breite tür jetzt öffnet, steht man vor einem winzigen, von verschnörkeltem schmiedeeisen geschützten beet, in dem inzwischen ein üppiger rosenbusch wächst. wer hinein oder hinaus will, geht rechts oder links entlang durch seinen duft. das haus nennen wir nur noch engelsrosenhaus. es ist ja mehr als einleuchtend: nur ein engel kann eine solche rose gesät haben. wer sonst?</description>
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